Wasserrettung ist ein Erfolgsmodell ehrenamtlicher Arbeit

Am 19. Oktober 2008, wurde die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 95 Jahre alt.

Seit ihrer Gründung in Leipzig im Jahr 1913 ist der Kampf gegen den Tod durch Ertrinken die Hauptaufgabe der Lebensretter, die ihre humanitäre Arbeit ausschließ-lich auf ehrenamtlicher Basis durchführen. Den Anstoß zur Gründung der DLRG gab das Seebrückenunglück am 28. Juli 1912 im Ostseebad Binz auf Rügen. Kurz vor 19 Uhr brach die Anlegestelle am Brückenkopf trichterförmig in sich zusammen. Über 100 Menschen stürzten ins Wasser, 17 Personen ertranken, darunter waren sieben Kinder.

In den ersten zwei Jahrzehntes des 20. Jahrhunderts ertranken in Deutschland pro Jahr etwa 5.000 Menschen und nur drei Prozent der Bevölkerung konnten schwimmen. 

Mit drei zentralen Aufgaben kämpft die humanitäre Organisation seitdem gegen den „nassen Tod": Dazu gehören die Aufklärung über die Gefahren im und am Wasser, die Ausbildung von Schwimmern und Rettungsschwimmern als wichtigstes Element der Vorbeugung sowie die Einrichtung und Durchführung eines flächendeckenden Wasser-rettungsdienstes, um im Notfall schnelle Hilfe leisten zu können.

Heute hat die DLRG über eine Million Mitglieder und Förderer. Sie ist damit die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Das Grundprinzip der ehrenamtlichen Arbeit gilt in der DLRG heute unverändert und hat sich als Erfolgmodell über 95 Jahre bewährt. Der Wasserrettungsdienst an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie an den Binnen-gewässern wird fast vollständig auf ehrenamtlicher Basis organisiert und durchgeführt. Mehr als 60.000 Menschen haben die Retter seit 1950 vor dem Ertrinken bewahrt.

Jahr für Jahr wachen im Durchschnitt 50.000 überwiegend junge Rettungs-schwimmerinnen und -schwimmer der DLRG an mehreren Tausend Badestellen und machen so die Wasserfreizeit für Millionen Badegäste und Wassersportler sicher. Sie leisten über zwei Millionen Stunden unentgeltlich im Sommer- und Winterrettungs- dienst zum Wohl der Allgemeinheit.

Seit 1950 haben bei den Ausbildern der DLRG 25 Millionen Menschen das Schwimmen und Rettungsschwimmen gelernt. 250.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr das Schwimmen und Retten gelernt. Die DLRG ist damit der größte Anbieter von Schwimmausbildung in Deutschland.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ist eine junge Organisation. 62 Prozent ihrer Mitglieder sind jünger als 27 Jahre und auch der Frauenanteil in der DLRG ist mit 45,7% sehr gut.

Sorgen bereiten der DLRG negative Entwicklungen in den vergangenen Jahren: Die zunehmende Zahl an Schließungen kommunaler Bäder, der Bau von Spaßbädern, die für die Schwimmausbildung ungeeignet sind sowie die abnehmende Schwimm- fähigkeit der Bevölkerung, insbesondere der heutigen Schülergeneration, belasten nicht nur die DLRG, sondern alle Verbände, die Schwimmunterricht anbieten und nicht zuletzt die Schulen. Setzt sich dieser Trend ungebremst fort, müssen wir zukünftig wieder mit steigenden Ertrinkungszahlen rechnen.

Obwohl sich die Rahmenbedingungen verschlechtern, hat sich die DLRG ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken soll bis zum Jahr 2020 noch einmal halbiert werden. Dabei gilt den traditionellen Kernaufgaben - die Aufklärung, die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung sowie den Wasser- rettungsdienst - die besondere Konzentration.


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